Lepie.de

17. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Why People Move

In Schöneberg letzte Woche im Vorbeigehen eine an den Armen untätowierte Friseurin bei der Arbeit gesehen und seitdem vom Gedanken beseelt, aus Mitte weg und dort hin zu ziehen

17. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Existenzielle Selbstreferenzialität

Eine Todesanzeige in der FAZ: „Herr Schröter ist stets mit seiner ganzen Energie und Kraft für die Interessen seiner Unternehmensgruppe Zeitfracht eingetreten“. Ich denke zum einen: Er selbst wurde als Zeitfracht final zugestellt. Und ich denke zu anderen: Wir alle sind Teilhaber und Speditionsgut dieser Unternehmensgruppe zu gleich

14. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

FW: FW: FW:

Das Internet befördert meine ungerichtete Sehnsucht, weil es seine Versprechen nie einlöst, sondern die Impulse meiner Neugier beständig zu transformieren in der Lage ist und sie weiterleitet, weiter, und immer weiter. Es gibt kein Ankommen im Netz

13. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Vorboten

Dinge im Nachhinein als Vorboten für etwas begreifen lernen und doch wissen, dass man sie in „Echtzeit“ einfach nicht als solche hätte erkennen können, da eben nicht alles für etwas anderes, womöglich Größeres steht. Ein Leben mit der permanenten Bereitschaft, in jedem Detail ein Zeichen für etwas Darüberhinausweisendes zu sehen, ist nicht wirklich führbar. Das kurzwellige und das langwellige Leben und Erleben können immer nur kurz in Resonanz sein, ansonsten würden sie sich gegenseitig auslöschen. Vollständig im Moment gelebte Augenblicke wären nicht mehr möglich, immer wären sie von spekulativer Reflektion in Mitleidenschaft gezogen

12. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Genügsamkeit

Nur mal so, um meine Genügsamkeit in Sachen Humor zu illustrieren: ich gluckse innerlich schon bei der bloßen Vorstellung, dass ein Handy während eines Gespräch ins Wasser fällt, die Kamera ihm folgt und während man die Gegenstelle durchs Wasser noch undeutlich hören kann im Sprechrhythmus Luftblasen aus dem Ohrteil perlen

10. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Subraum

Beim Lesen der Zeitung auf Botschaften aus dem Subraum achten und selbst in einem völlig nutzlosen Zeitungsteil wie der Beruf-und-Chance-Beilage der FAZ noch Brosamen finden – Dieter Zetsches Antwort auf die Frage, was nicht in seinem Lebenslauf stehe: dass er seinen Keller selbst gefließt habe

9. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Der Hut

„Lass ihn fliegen, caro mio“
— Zuerst die Braut des reichen Mannes zum reichen Mann und später die Prinzessin Aspi d’Istra zu Benito Bardolio in Tomi Ungerers „Der Hut“

4. April 2013
von Marcus
Keine Kommentare

St. Martin

Wann ist im angelsächsischen Raum eigentlich aus „to tell a story“ „to share a story“ geworden? Was hat es mit dieser wohlfeilen Sankt-Martin-haften Bezugnahme auf das Teilen auf sich? Wahrscheinlich – so denke ich –  ist es eine Übertragung des selbstauferlegten Bekenntniszwangs aus der Szene der Anonymen Alkoholiker auf Allerweltsgeschichten, um diese mit ähnlich existenzieller Bedeutung aufzuladen

28. März 2013
von Marcus
Keine Kommentare

Hier & Jetzt

Entspricht das Vollbild einer Alzheimer Demenz nicht dem, was die esoterisch angehauchte Ratgeberliteratur uns allen als „Leben im hier und jetzt“, als „Aufgehen im Augenblick“ anempfiehlt? Und ist das nicht eigentlich eine gute Vorstellung?