LEPIE.DE

12. November 2017

Weltreduktion/Durchdringungsgewinn

Wie könnte man das menschenverursachte Artensterben anders interpretieren, als das wir, in unserer unermesslichen Dummheit als Spezies Mensch, die Welt auf unser unermesslich beschränktes Maß reduzieren. Wir sind eine reduktionistische Rasse – und das unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen. Wir sehen uns anders als sie. Wir betrachten allen Ernstes unser Gehirn als das komplexeste Gebilde im uns bekannten Universum – und es erfüllt uns mit Stolz. Wir bilden damit Begriffe. Wir erstellen damit Modelle. Wir erforschen damit die Welt. Und der faktische Effekt all dessen: wir reduzieren mit aller Gewalt die Fülle der Welt auf das Maß unsere eigenen Beschränktheit und verwechseln dies mit einem Gewinn an gedanklicher Durchdringung.

12. November 2017

Keep Flowing, my Friend

Den sympathischen Imperativ Be Water, my Friend haben wir alle eh bereits mit einem physiologischen Wasseranteil von 80% bei unserer Geburt erfüllt. Das Problem: dass wir mit nur noch 40% Wasseranteil sterben. Keep Flowing, my Friend, wäre also angemessener…

12. November 2017

Sich hinsetzen, zur Ruhe kommen, und die Welt anstarren — sie anstaunen

5. November 2017

Outback

In den Novemberwäldern bei Frankfurt (Oder) mit J. im Morgengrauen bei Nieselregen laut und zweistimmig „ge-omt“

31. Oktober 2017

Ghosts

Die intensivsten Beziehungen habe ich zu Worten, die ich nie gesagt habe

8. August 2017

Plus One

Zwei sind auch nur einer mehr als einer.

23. Juli 2017

Tumblr

Tumblr als der Vorreiter der webbasierten Dekontextualisierung. Und am schlimmsten die Themes, bei denen je Browserfensterbreite auch mehrere Spalten mit Bilder praktisch ohne jeden Leerraum zu dichten Matrizen gepackt werden und jedes Bild, unfreiwillig, jedes andere entwertet und jeder Respekt für den ursprünglichen Kontext eines Bildes systematisch zerstört wird.

PS: Das selbe gilt natürlich in noch viel breitwirksamerer Weise für die neue Bildersuche von Google.

9. Juli 2017

Uneigentlichkeiten und Eigentlichkeiten der Kommunikation

Wenn ein Mann aus einer Gruppe von Männern einer vorbeigehenden Frau nachpfeift oder eine anzügliche Bemerkung in ihre Richtung macht, dann meint er nicht sie. Er meint seine Geschlechtsgenossen und er sagt zu diesen: Nur damit das klar ist – ich bin nicht schwul.

Wenn Horst Seehofer auf einer CSU-Parteitagsbühne die schweigend neben ihm stehende Angela Merkel gerade zu schurigelt, dann meint er in diesem Falle nicht sie. Er meint seine eigene Partei und ihre Wähler und er sagt zu diesen: Seht her, ich habe keine Angst, selbst mit der Kanzlerin Klartext zu reden.

Weniger armselig macht diese Erkenntnis das ganze allerdings nicht.

4. Juli 2017

Ideal

Selbstvergessen ganz bei sich sein

29. Mai 2017

Emptiness

Die Natur kennt viele Formen, aber keine Form.

3. Februar 2017

Rührend

Die Annahme von Entwicklern, dass nach dem Beheben eines Fehlers ein Fehler weniger in der Software ist

10. November 2016

Gettin‘ older

Gestern Abend: Lese- mit Schlafbrille verwechselt

30. Juni 2016

Animalistic Reinactment

Während ich für einen Moment in der Hundestellung verharrte, flog die Fruchtfliege zwischen meinen v-förmig aufgestellten Beinen hindurch wie weiland Roger Moore in seinem Faltflugzeug zwischen den Brückenpfeilern in Octopussy

23. Mai 2016

Wish

„What do you wish most in life?“

„Am I supposed to wish something?“

27. März 2016

Lonesome Rider

‹Mit seiner Einsamkeit muss jeder alleine klar kommen›

23. Februar 2016

Word

Tomorrow never happens.
It’s all the same fucking day, man.

— Janis Joplin